Wettbewerbe

Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten

Der Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten ist der größte historische Forschungswettbewerb für Schülerinnen und Schüler aller Schul- und Jahrgangsstufen. Das Thema des Geschichtswettbewerbs 2018/19 lautete "So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“. Mehrere Schülerinnen und Schüler des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums haben interessante Arbeiten eingereicht. Besonders erfolgreich waren Alitsia Ast (12. Klasse, "Küsse gibt es nach dem Krieg") und Marin Keimer (9. Klasse, "Leben für die Revolution"), die in ihren Arbeiten (s. u.) ihre Familiengeschichte erforscht und als Landessieger in Baden-Württemberg ausgezeichnet wurden. Herzlichen Glückwunsch!

Alitsia Ast und Marin Keimer mit ihren Tutoren Frederik May und Benjamin Krug

"Küsse gibt es nach dem Krieg" von Alitsia Ast (Landessiegerin Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Klasse 12)

Wie tief der Zweite Weltkrieg in das Leben der eigenen Familie einschnitt, schildert Alitsia Ast am Beispiel ihrer Urgroßeltern. Nach der Gründung einer jungen Familie verstarb der Urgroßvater an der Ostfront, die schwangere Ehefrau zurücklassend, Sie wurde aus Minsk in den asiatischen Teil der Sowjetunion evakuiert. So lebte die Urgroßmutter der Schülerin während des Zweiten Weltkrieges in Usbekistan, wo sie in einem Kriegsgefangenenlager und Lazarett ihren Beruf als Krankenschwester ausüben konnte. Dies bot neben der Witwenrente nach dem Tod ihres Mannes die finanzielle Grundlage für sie, ihre Mutter und ihre Tochter, die Großmutter der Zwölftklässlerin. Diese lebte nach ihrem Mathematik-Studium ab 1969 in der Hauptstadt Moskau. Auch deren Tochter Julia verließ die Heimat nach dem Fall der Sowjetunion und zog für ihr Studium in die USA, wo sie ihren zukünftigen Ehemann kennenlernte. Gemeinsam kamen sie durch ihren Beruf nach Deutschland. Anhand vier Generation ihrer Familie vollzieht die Schülerin in ihrem Beitrag eine Symbiose der persönlichen Schilderungen des Familienschicksals mit den Ereignissen der Weltgeschichte.

"Leben für die Revolution" von Marin Keimer (Landessieger Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten, Klasse 9d)

In der Zeit von 1945 bis 1966 erlebte Syrien politische Umbrüche, denen teilweise mit Revolutionen begegnet wurde. Marin Keimers Großvater Abdul Khalek al-Nakchbandi erlebte diese Phase mit. Die stringente Recherche des Neuntklässlers besteht aus Zeitzeugengesprächen mit seiner Mutter und Großmutter, die er mit weiterer Literatur vergleicht. Seine Ergebnisse bieten einen Überblick über die politischen Geschehnisse in dieser Zeit und die Rolle des Großvaters. Als Gründungsmitglied der Baath-Partei, die 1966 nach einem Militärputsch die Macht in Syrien übernahm, verfolgte er die Ziele eines friedlichen arabischen Staatenbündnisses (Panarabismus), Säkularismus und gemäßigten Sozialismus. Gleichzeitig wurde er Minister für die Angelegenheiten des Nationalrats des Revolutionskommandos und der Einheit. Der Schüler ist davon überzeugt, dass sich auch die jetzige Krise Syriens vermutlich in unterschiedlicher Weise darstellen würde, wenn die historischen Bedingungen eine andere politische Entwicklung des Landes zugelassen hätten.