Philosophie und Ethik

„Die Schule von Athen“ frei nachgestellt vom Ethik- und Philosophiekurs

Philosophie als Grundlage traditionell-humanistischer und aufgeklärt-moderner Bildung

Die Frage danach, was Philosophie (griech. φιλοσοφία) sei, lässt sich einerseits mit der Begriffsbedeutung erklären, „Philosophie“ geht auf „philos“ (griech. φίλος) und „sophia“ (griech. σοφία) zurück und wird daher als „Liebe zur Weisheit“ übersetzt. Es könnte aber auch mit „Gefallen finden an“ oder „Interesse haben an“ übersetzt werden, was bedeutet, dass ein Philosoph jemand ist, der sich um Wissen bemüht, und damit ein nach Wissen strebender und ein sich gut auskennender Mensch ist.

Andererseits lässt sich Philosophie über das erklären, womit sie sich inhaltlich beschäftigt. So ist Philosophie von der Antike bis in die Neuzeit als die Wissenschaft schlechthin begriffen worden, welche sich in die Bereiche der Septem Artes Liberales, das Trivium (Grammatik, Rhetorik, Dialektik bzw. Logik) und das Quadrivium (Arithmetik, Geometrie, Musik, Astronomie) in der Spätantike unterteilte. Später entstand auf dieser Grundlage die allgemeinbildende philosophische Fakultät und drei weitere berufsbezogene Fakultäten, die Theologie, das Recht und die Medizin.

Im 19. Jahrhundert kamen weitere Einzeldisziplinen hinzu, wie Astronomie, Chemie, Physik, Sozialwissenschaften und Psychologie. Die Philosophie wurde zu einem Studienfach unter anderen, das aber nach wie vor grundlegend für alle anderen geblieben ist.

Als Gegenstand der Philosophie könnte folglich das zu verstehen sein, was von René Descartes mit einer Baummetapher erfasst wurde: „Die gesamte Philosophie ist also einem Baume vergleichbar, dessen Wurzel die Metaphysik, dessen Stamm die Physik und dessen Zweige alle übrigen Wissenschaften sind, die sich auf drei hauptsächliche zurückführen lassen, nämlich auf die Medizin, die Mechanik und die Ethik.“ (Hamburg: Felix Meiner 1955, S. XLII).

Descartes fasste unter metaphysischen Fragen vornehmlich erkenntnistheoretische Probleme auf, wie die Fragen danach, wie methodisch-wissenschaftlich philosophiert werden solle und wie die Struktur der Welt beschaffen sei, wozu für ihn Existenz und Denken gehörten und die wichtige Frage, was a priori – ohne jegliche Erfahrung – bewiesen werden könne (z. B. der ontologische Gottesbeweis).

Mit der Frage nach Erkenntnis a priori und a posteriori beschäftigte sich ausführlich ebenso Immanuel Kant in seinen drei Kritiken. Von ihm stammt der prägende Aufruf „sapere aude!" als Leitspruch der Aufklärung „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“ Aufklärung begriff Kant als „Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“. Kant führte die kritisch hinterfragende Tradition der Philosophie auch im Bereich der Ethik mit der Begründung des Kategorischen Imperativs weiter.

Links: Schüler des KFG am Adorno-Denkmal in Frankfurt vor dem Besuch eines Seminars zur "Dialektik der Aufklärung" von Adorno und Horkheimer. Rechts: Schüler des KFG vor Jaume Plensas "Body of Knowledge" am Campus Westend in Frankfurt.

Weitere Fragestellungen der Philosophie werden aus deren Disziplinen ersichtlich. Sie können grob in zwei Bereiche unterteilt werden:

  • In die Geschichte der Philosophie, zu der Fragen wie „Unter welchem historischen Einfluss verfassten Adorno und Horkheimer die Dialektik der Aufklärung?“ gehören.
  • In die Systematische Philosophie, zu der Fragen wie „Unterliegen Denken und Handeln des Menschen einem freien Willen oder sind sie determiniert?“ gehören.

Die systematische Philosophie unterteilt sich in die Ästhetik und die theoretische und praktische Philosophie. Zur Ersteren gehören: Logik, Erkenntnistheorie, Wissenschaftstheorie, Sprachphilosophie, Metaphysik, Religionsphilosophie. Zur Zweiteren gehören: Ethik, Sozialphilosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophie.

Philosophie am Kurfürst-Friedrich-Gymnasium

Die Philosophie als Unterrichtsfach in einem humanistisch-aufgeklärten Gymnasium ist daher grundlegend, denn sie gibt umfassende Überblicke, übt Argumente zu entwickeln, zeigt Konsequenzen von Antworten und Handlungen auf, verhilft zum rational und allgemein nachvollziehbaren Denken. Ein Rückzug auf Relativierungen und Abschieben von Verantwortung auf andere ist nicht möglich, denn jeder wird sich im Prozess des Philosophierens seiner eigenen Verantwortung und Autonomie bewusst.

Philosophie wird im Kurfürst-Friedrich-Gymnasium in der Kursstufe jahrgangsübergreifend angeboten und kann als verbindlicher Kurs ins Abitur eingebracht werden.

Neben Themen wie Anthropologie und Erkenntnistheorie bieten sich Möglichkeiten zu weiteren freien philosophischen Themen, Pro- und Contra-Debatten, Verfassen von Essays und Exkursionen zu Vorträgen und in Seminare philosophischer Fachbereiche.